Zurück ins Paradies!

Vor dem „Sündenfall“ lebten die Menschen in einer paradiesischen Welt. Sie sind ohne jede Vorstellung und Wissen über Werte wie Gut und Böse.

In der Mitte des Paradieses steht „Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“. Gott weist seine Schöpfung darauf hin, dass sie nicht von der Frucht des Baumes essen sollen, da sie sonst durch die persönliche Vorstellung der Werte wie Gut und Böse sterben würden. Der Grund dafür ist, das sie sich vorstellen, dass sich ihre Augen öffneten und sie wie Gott würde, wissend was Gut und Böse sei.

Eva nimmt das als Grund, sich selbst zu entscheiden, findet sie gut und nimmt von der Frucht und gibt auch ihrem Mann Adam davon. Daraufhin bekommen Adam und Eva Schamgefühle ob ihrer Nacktheit und verstecken sich vor Gott. Sie machen die erste Erfahrung, dass Nacktheit böse ist.

Mit ihren Vorstellungen  von dem Guten und dem Bösen und den sich daraus ergebenden Konsequenzen sind sie aus dem Paradies gefallen. Vorher haben sie sich gegenseitig zugehört und die Welt des anderen zu verstehen versucht. Nun hält jeder die Werte seiner eigene Welt als die einzig Richtigen. Aus den unterschieden der  Welten der beiden Personen ergeben sich die Werte zwischen den Menschen. Als Folge davon gab es eine Generation später den ersten Mord: Kain tötet seinen Bruder Abel.

Gibt es einen Weg zurück ins Paradies?

Seit Sokrates haben Philosophen wiederholt darauf hingewiesen, das es einen grundlegenden Irrtum in der Denkweise der Menschen gibt. Die Biologen Umberto Maturana und FranciscoVarella haben den Irrtum wissenschaftlich erforscht: Sie haben herausgefunden, dass jeder Mensch über ein äußerst kompliziertes und individuelles Wahrnehmungssystem verfügt. Daraus ergibt sich, dass der Mensch nicht in "der Realität" lebt, sondern jeder Mensch lebt in seiner eigene Realität als Ergebnis seiner gesellschaftlich "programmierten" Physiologie. Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen von "Gut" und "Böse". Adam und Eva hatten auch im Paradies ihre persönlichen Werte, beide Wertsysteme waren sehr unterschiedlich und wurde vom anderen akzeptiert. Nach dem Essen der Frucht begann der Streit darüber was richtig und falsch ist. Das war der Ausstieg aus dem Paradies. 

Für die grundlegende Weltsicht gibt es zwei Modelle:  

1. Wir Menschen sehen alle die Welt gleich. Wir haben nur unterschiedliche Meinungen. Wir nehmen die Realität auf die gleiche Weise wahr, interpretieren sie nur unterschiedlich.

2. Es gibt eine Welt um uns herum die niemand objektiv wahrnehmen kann. Jeder Mensch nimmt die Welt individuell mit seinen Wahrnehmungsorganen auf seine Weise wahr. Die Wahrnehmung wird aufgrund der Prägung des Menschan"konstruiert".

Die beiden Weltsichten erzeugen ein extrem verschiedenes Zusammenleben. Das erste Modell erzeugt ein hierarchisches System. Jeder Mensch versucht durchzusetzen, dass seine "Realität" "die Realität" ist. Diejenigen Personen, die die anderen gut manipulieren können (Laute Stimme, "realistische" Argumente, körperliche Unterdrückung) bestimmen die "Realität". Diese Funktion läuft auf allen Ebenen ab. In der Beziehung, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Politik, in der Wirtschaft. Realität ist mit den Machtträgern identisch. Auf diese Weise hat sich jede Kultur entwickelt. Die Menschen müssen das tun, was die Kultur ihnen vorschreibt. Es wird nicht nachgefragt, ob die Kultur für den Menschen günstig ist, denn das würde sich gegen die "Realität" wenden.

Das zweite Modell erzeugt ein heterarchisches System. Jeder Mensch sieht seine eigene "Realität" und ist davon überzeugt. Er weiß aber genau, dass sein Gesprächspartner sich in einer völlig anderen Realität befindet und auch von seiner "Realität" überzeugt ist. Auf dieser Grundlage muß sich nicht jeder Mensch in eine vorgegebene "Realität" zwängen. Jeder Mensch ist mit seinen inneren Kräften verbunden. Ein Zusammenleben von Menschen auf dieser Grundlage bedarf einer Strukturebene, auf der ein gemeinsames Paradies erfunden wird. Jeder Mensch ist eine Ressource in dem gemeinsamen Paradies. Wir sind von der Kindheit in die Kultur hineinerzogen. Deshalb ist es nicht einfach von "der Realität" loszulassen und seine eigenen Programmierungen wieder zu korrigieren.

Nach meiner Erfahrung gibt es nur sehr wenig Menschen, die sich als Person von der Idee der "Realität" lösen können. Wenn Du Interesse an einer Lebensgemeinschaft mit dieser Grundidee hast dann weiter... 


 

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